Artikel: Hamburger Wirtschaft, Ausgabe Dezember 2009

Einst gehörte sie zu den Pionieren klassischer Datenverarbeitung, heute zählt die BSD-Communication Center GmbH zu den wichtigsten Dienstleistern für Bürokommunikation.

Wann er seinen ersten Computer bekam, daran kann sich Olaf Schmidt heute nicht mehr erinnern. Doch es muss früh gewesen sein. Denn Schmidt, ein Mitvierziger, blonde Kurzhaarfrisur, begann bereits mit 14 Jahren Datenbanken zu programmieren. Meine Eltern brauchten eine neue Software, und da habe ich die Programme selbst geschrieben, erinnert sich der Geschäftsführer.

1969 hatten seine Eltern die BSD-Communication Center GmbH gegründet. Ihr Ziel war es, Datenverarbeitung für Unternehmen anzubieten. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der EDV für viele noch ein Fremdwort war und die technische Entwicklung in den Kinderschuhen steckte. Schmidt: Damals wurden die Daten noch in Lochkarten gestanzt, bevor sie mit einer Tabelliermaschine ausgewertet wurden.

Die beiden Hamburger Kaufleute bewiesen den richtigen Riecher, und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Auf 160 Quadratmetern in Schenefeld mieteten die Eheleute ihre ersten Büroräume. Schon ein Jahr später expandierte das Unternehmen und bezog größere Räumlichkeiten in der Hamburger Innenstadt. Erstmals konnten die Daten, die zuvor noch nachts in angemieteten Rechenzentren ausgelesen werden mussten, auf der eigenen EDV-Anlage bearbeitet werden.

Mitte der 1980er-Jahre folgte auch Olaf Schmidt dem elterlichen Beispiel und gründete die BSD Wirtschaftsdienste. Die Geschäftsidee des damals 18-Jährigen: Callcenter. In Amerika habe ich einige Zeit im Callcenter gearbeitet und gesehen, dass es auch eine gute Unternehmensidee in Deutschland sein könnte. Einer der ersten Kunden war damals der kostenpflichtige Privatsender Premiere, für den Schmidt das erste Inbound-Callcenter für BSD aufbaute.

Doch der gebürtige Hamburger, der einige Zeit in Dänemark lebte, setzte auch auf die datengestützte Kommunikation und baute, nachdem er die BSD-Communication Center GmbH übernahm, die Dienstleistung weiter aus. Heute gehört das Unternehmen zu den wichtigsten Dienstleistern für Bürokommunikation. Das Angebot reicht von der Datenerfassung und Archivierung über das Telefonmarketing bis hin zur Softwareentwicklung.

Unternehmen, die auf Dienstleistungen der BSD-Communication Center GmbH setzen, können 50 bis 70 Prozent an Zeit einsparen, sagt Schmidt: Wir können Spitzenzeiten durch unser geschultes Personal besser abfangen als Firmen, weil wir flexibler sind. Rund 100 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Hamburg. Sie kümmern sich zum Beispiel um Abonnementsverlängerungen, Blumenbestellungen und Bonushefte. Im Jubiläumsjahr, das Schmidt gemeinsam mit Mitarbeitern und Kunden feiern möchte, soll eine neue Software die Arbeit weiter erleichtern: Wir entwickeln gerade mit Partnerfirmen ein Programm zur automatischen Datenerfassung, so Schmidt. Dann müssen die Mitarbeiter nur noch überprüfen, ob die Daten auch richtig eingelesen wurden."

Heiko Meinssen

heiko.meinssen@hk24.de

Quelle:hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2009

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